Die byzantinische Kunst – Antike Wurzeln mit christlichen und muslimischen Blüten

Die Kunstgeschichte ohne das Byzantinische Reich? Unvorstellbar.

Als Erbe der römischen Spätantike ist die Geschichte des Byzantinischen Reiches eng an die Regierungszeit Kaiser Konstantins des Großen geknüpft. Der Regierungsantritt Konstantins im Jahr 306 gilt in der klassischen Geschichtsschreibung zugleich als Geburtsstunde des über tausend Jahre währenden Kaiserreiches im östlichen Mittelmeerraum.

Um 630 mit der Aufgabe der lateinischen Amtssprache war der endgültige Wandel vom oströmischen zum byzantinischen Reich abgeschlossen. Die Geschichte des Reiches war geprägt durch einen ständigen Kampf um die Erhaltung der äußeren Reichsgrenzen. Die Gebietsveränderungen durch Expansionen, Eroberungen und Rückeroberungen waren enorm. Bis zur endgültigen Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen wechselten sich Friendens- und Kriegszeiten ab.

In Mitten des stark umkämpften Kaiserreiches befindet sich bis heute eine der bedeutendsten künstlerischen Fundgruben der Welt: Monumentale Gotteshäuser, goldglänzende Mosaike und kostbare Wandmalereien mit streng blickenden Ikonen. Nachdem Konstantin das Christentum privilegierte, gelangte mit der nun gebilligten Heiligenverehrung die Ikonendarstellung zu ihrer Blüte, die bis heute oft stellvertretend für die byzantinische Kunst gilt.

Thronender Christus (Detail), 1280. Mosaik. Hagia Sophia, Istanbul.

In der orthodoxen Kirche wurden die Ikonen als heilig angesehen und verehrt, da sich in ihnen Gott auf mystische Weise offenbare.

Viele der byzantinischen Kunstwerke wurden in Kriegszeiten zerstört, gestohlen oder beschädigt. Die byzantinische Kunst überdauerte jedoch den Fall von Konstantinopel und nahm einen bedeutenden interkulturellen Einfluss, insbesondere auf die Heiligendarstellung und auf die sakrale Architektur der folgenden Kunstepochen.

Die Hagia Sophia im heutigen Istanbul verdeutlicht diesen kulturellen Einfluss Byzanz: Als christliches Gotteshaus ein Beispiel par exellence der byzantinischen Architektur, basierend auf antiken Prinzipien, ist die Kuppelbasilika heute ein bedeutendes Vorbild für Moscheen.

Die überwältigende Schönheit des Byzantinischen Reiches ist, wenn man sich nicht vor Ort befindet, kaum vorstellbar, und lässt sich schwer in einer Ausstellung rekonstruieren. Einen solchen Versuch unternimmt nichtsdestotrotz noch bis zum 18. Juli 2012 The Metropolitan Museum of Art mit der Ausstellung Byzantium and Islam: Age of Transition. Als Lektüre für zu Hause vermittelt Ihnen das E-Book Byzantinische Kunst einen umfangreichen (ersten) Einblick in die Kunst des Kaiserreiches.

-C. Schmidt

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