Stereotypen und russischer Realismus

Das alte Zarenreich Russland wird heute immer noch mit vielen Stereotypen verbunden: Selbstgebrannter Wodka in trinkfreudigen Gesellschaften mit Balalaika-Musik oder mit traditionellen Trachten und Volkstänzen. Nach Umfrage des Magazins Der Spiegel vom Dezember 2007 sollen Russen tapfer und gastfreundlich sein. Aber was weiß man wirklich von diesem flächenmäßig größten Staat, der vor allem Kälte und Winter mit langen Nächten assoziiert? Dem einen mögen die Komponisten Pjotr Iljitsch Tschaikowsky, Igor Strawinsky oder die Opern-Diva Anna Netrebko ein Begriff sein, dem anderen Literaten wie Alexander Puschkin, Lew (Leo) Tolstoi oder Fjodor Dostojewski, und vielleicht mag auch der eine oder andere die Namen der Maler Ilja Repin und Valentin Serow schon einmal vernommen haben. Doch was weiß man wirklich über dieses Land der Märchen und Sagen, über seine Künstler und deren Intentionen?

Die beiden waren Maler des Realismus und bildeten das gesellschaftliche Leben ihrer Zeit kritisch und charakteristisch ab. Beide schlossen sich einer um die letzte Jahrhundertwende erfolgreichen Künstlergruppe, den Peredwischniki, den Wanderern, an, die sich in ihren Arbeiten gegen die erstarrten Traditionen der Akademiemalerei wandten.

In Porträts, Landschaften, Genre- oder Historienszenen stellten sie in mitunter psychologisierten Momentaufnahmen die Missstände des Alltags dar. Inspiriert von den Impressionisten, sollte vor allem Repin in seiner formalen Auseinandersetzung mit Licht und atmosphärischen Effekten zum unübertroffenen Vertreter des russischen Realismus werden. Sein Schüler Serow entwickelte sich zu einem der ersten russischen Impressionisten.

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Ilya Repin, Leo Tolstoi beim Pflügen, 1887.
Öl auf Karton, 27.8 x 40.3 cm.
Staatliche Tretjakow-Galerie, Moskau

Lassen sie sich von diesem großartigen Künstler noch bis zum 8. Oktober 2012 in der Ausstellung Ilya Repin: Master Works from the State Tretyakov Gallery im Bunkamura Museum of Artin Tokyo faszinieren oder erweitern Sie ohne lange Anreise und vielleicht in Gesellschaft eines guten russischen Wodkas – in Maßen versteht sich – Ihren Informationsstand über Russland, seine Künstler und seine Maler des Realismus mit den Büchern Repin von Grigori Sternin und Jelena Kirillina sowie Valentin Serow von Dmitri Sarabianov des Verlages Parkstone-International, die sowohl als Print als auch als E-Book erhältlich sind.

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