Weltuntergang mit anschließender Aftershow-Party

Der Weltuntergang scheint dieses Jahr wieder einmal zum Greifen nah und selbst bei Facebook lädt eine Gruppe zum Weltuntergang mit anschließender Aftershow-Party ein. Zittern oder Zelebrieren wir diesem Tag entgegen?

Der 21. Dezember 2012 wurde aufgrund des endenden Maya-Kalenders zum letzten Tag der Erde erklärt. Dass dieser Kalender aber nur das Ende eines Zyklus‘ bedeutet und laut den Maya logischerweise ein weiteres neues Zeitalter beginnt, verschwiegen viele Interpreten und Katastrophenforscher. Nur einige kompetente Wissenschaftler widerlegten diesen vermeintlichen Untergang anhand des Dresdner Codex.

Doch nicht nur endende Maya-Kalender, sondern vor allem zahlreiche Weltuntergangspropheten versprechen und versprachen immer wieder die Apokalypse. Neben zahlreichen Astronomen finden sich religiöse Glaubensgemeinschaften wie die Mormonen und die Zeugen Jehovas unter den Weltuntergangs-Verkündern. Und auch Girolamo Savonarola oder Martin Luther (sogar mehrfach) gliedern sich ebenso in die Reihe der Propheten der bisher nie stattgefundenen Weltuntergänge ein wie Nostradamus, Sir Isaac Newton, Charles Manson oder der Modemacher Paco Rabanne.

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Pieter Bruegel d. Ä., Sturz der gefallenen Engel, 1562.
Öl auf Holz, 118,5 x 162,5 cm.
Koninklijke Musea voor Schone Kunsten van België, Brüssel.

Doch wie haben wir uns diesen Weltuntergang vorzustellen? Vermeintlich genaue Daten liefern uns regelmäßig Wahrsager, Sektenführer, Wissenschaftler oder einflussreiche Persönlichkeiten; die Bilder liefert uns jedoch die Kunst. Seit Jahrhunderten stützen bildende Künstler unseren Glauben an das Ende der Welt, den Höllenschlund, die Welt bevölkernde Monster und Ungeheuer oder, ganz modern, an Außerirdische, die die Weltherrschaft an sich reißen wollen. Und trotz der schauerlichen Darstellungen von Drachen, Mischwesen und Ungeheuern wahren doch vor allem Künstler wie Bosch, Dürer oder Mantegna den künstlerischen Anspruch. Ihnen gelingt es, das Schöne im Hässlichen zu offenbaren.

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Andrea Mantegna, Schlacht der Meeresgötter, um 1470-1475.
Kupferstich, 28,3 x 82,6 cm.
Devonshire collection, Chatsworth House, Chatsworth.

Wenn Sie sich von der Schönheit der Darstellungen apokalyptischer Visionen mit all ihren Monstern und Ungeheuern überzeugen lassen wollen, so haben Sie auf jeden Fall noch bis zum 10. März 2013 in der Ausstellung Beautiful Monsters: Beasts and Fantastic Creatures in Early European Prints in der Art Gallery of Alberta, Edmonton, Kanada, die Gelegenheit dazu. Falls Sie den Weltuntergang zu Hause erwarten, finden Sie mit dem Buch Apokalypse von Camille Flammarion oder, wenn Sie es weniger skurril mögen, mit dem Buch Tiergemälde von John Bascom, beide im Verlag Parkstone International erschienen, einen idealen Zeitvertreib.

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