Frau Antje lädt zum Kunstgenuss

„So viele Länder, so wenig Zeit!“ Auch Napoleon Bonaparte (1769-1821) trug scheinbar jenes Virus in sich, das alljährlich – spätestens zu Beginn der Sommermonate – breitenwirksam um sich greift und dabei ganze Stadtbezirkeleer zu fegen scheint: das gemeine“febris itineris“, besser auch als „Reisefieber“ bekannt.

Bricht wegen des Hitzestaus im Büro unter den Kollegen ein erbitterter Kampf um den Platz am Ventilator aus? Und bleibt betriebsurlaubsbedingtnicht einmal mehr der Lieblingsbiergarten als Fluchtmöglichkeit? Spätestens dann ist es wohl an der Zeit, die Koffer zu packen und die Reise in Richtung Süden anzutreten. Doch nur allzu oft ist es ein langer, mühsamer Weg, bevor der erste wohlverdiente Sommercocktail am bevorzugten Sandstrand genossen werden kann. Denn wer nicht gerade über denZugang in die Lounge der Business Class verfügt, dem graut zumalschon vor Reiseantritt vor stundenlangen Wartezeiten in überfüllten Flughafenterminals. Die Airport-Restaurants sind dank überzogener Preisgestaltung und fragwürdiger Produktqualität jedenfalls nur selten eine zufriedenstellende Option. Und ein entspannendes Schläfchen auf den Terminalbänken bleibt wohl auch eher nur praktizierenden Yoga-Meistern oder Schlangenmenschen vorbehalten (alle anderen seien an dieser Stelle vorsorglich auf die Gefahr einer Wirbelsäulenverkrümmung hingewiesen).

Wie wäre es daher mit einem Museumsbesuch, um die Wartezeit zum Anschlussflug zu überbrücken? Der Amsterdamer Flughafen Schiphol bietet beispielsweise neben einem umfangreichen Angebot an Leih-Büchern, -DVDs und -CDs in 29 Sprachen auch die Möglichkeit eines musischen Stop-Overs in der terminaleigenen Kunstgalerie.

Johan Barthold Jongkind Windmühlen bei Rotterdam, 1857. Öl auf Leinwand, 42.5 x 55 cm.  Rijksmuseum, Amsterdam.
Johan Barthold Jongkind
Windmühlen bei Rotterdam, 1857.
Öl auf Leinwand, 42.5 x 55 cm.
Rijksmuseum, Amsterdam.

Im direkt hinter der Passkontrolle befindlichen Rijksmuseum Schiphol können sich kunstsinnige Fluggäste seit 2002 an den Werken der alten holländischen Meister erfreuen. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums werden in der Ausstellung Typically Dutch noch bis zum 1. Juli 2013 Arbeiten von Frans Hals, Johan Barthold Jongkind, Jan Toorop und Karel Appel ausgestellt, die Holland so zeigen, wie es weithin bekannt ist. Ganz nebenbei fungieren die prächtigen Landschaftsdarstellungen, Familienportraits und Szenen aus dem Alltag am königlichen Hofeauch als effektive Tourismuswerbung und Reiseinspiration.

Frans Hals Catharina Hooft mit ihrer Amme, 1619-1620. Öl auf Leinwand, 91,8 x 68,3 cm. Gemäldegalerie, Staatliche Museen zu Berlin.
Frans Hals
Catharina Hooft mit ihrer Amme, 1619-1620.
Öl auf Leinwand, 91,8 x 68,3 cm.
Gemäldegalerie, Staatliche Museen zu Berlin.

Der Eintritt in das Rijksmuseum Schiphol ist dann kostenlos, wenn Sie eine gültige Bordkarte vorweisen können. Für alle diejenigen, deren bevorstehende Reisepläne nicht zufällig nach Amsterdam führen, bietet der Verlag Parkstone-International eine Alternative zu kostspieligen Umbuchungen: Lassen Sie sich einfach durch die Lektüre von Victoria Charles‘ Die Niederländische Malerei auf einen imaginären Kurztrip in das Land der Tulpen, Grachten und Windmühlen entführen.

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