Grumpy Sphinx

Ob nun die zahlreichen Katzenvideos auf Youtube, komplette Websites, die einzig dem Thema Katze gewidmet sind, oder die mit mehreren Internetpreisen dekorierte Grumpycat – das Internet ist voll von allen möglichen Inhalten, die sich in irgend einer Weise mit den Vierbeinern beschäftigen. Man fragt sich, woher dieses Phänomen kommt und was es über uns aussagt.

Es ist eine Mischung aus Nerd-Humor, gegenseitiger Zuneigung und Popkultur, die das ganze bisweilen so bizarr erscheinen lässt.

Katzenkopf, Ägypten. Römische Epoche, 30 v. Chr. – drittes Jahrhundert n. Chr. Bronze, Gold, 6 x 4,4 x 4,6 cm. Brooklyn Museum.
Katzenkopf, Ägypten. Römische Epoche, 30 v. Chr. – drittes Jahrhundert n. Chr. Bronze, Gold, 6 x 4,4 x 4,6 cm. Brooklyn Museum.

Doch diese unerklärliche Faszination lässt sich bereits im alten Ägypten wiederfinden. Katzen (ägyptisch: „Mau“) nahmen in der ägyptischen Gesellschaft einen wichtigen Platz ein. Dazu beigetragen hat sicherlich ihr Ruf, gute Schlangenjäger zu sein und damit eine wichtige Schutzfunktion ausüben zu können.

Ausgehend von ihrer Bedeutung im Alltagsleben, wiesen ihnen die Ägypter eine ebenso wichtige Rolle in ihrer Religion zu. In der ägyptischen Mythologie trifft man auf eine Vielzahl an Göttinnen, die in den Hieroglyphen der antiken Tempel und Palastanlagen häufig mit Katzen- oder Löwenkopf dargestellt sind. Nicht zu vergessen die weltberühmte Sphinx. Man möchte wetten, dass auch die Ägypter ihren Spaß an den heutigen Videos und Fotos gehabt hätten.

Die Anbetung ging sogar soweit, dass Hauskatzen mumifiziert wurden. Es wurden Gräber gefunden, in denen man um die achtzigtausend Katzenmumien entdeckte.

Man trifft also bereits im Reich der Pharaonen nauf eine Kultur, die den Katzenhype etwas zu weit getrieben hat.

Mau Mau!

Katze, 664-610 v. Chr., 26. Dynastie. Guss, Gravierung, Bronze und Gold, H.: 27,6 cm. Louvre, Paris.
Katze, 664-610 v. Chr., 26. Dynastie. Guss, Gravierung, Bronze und Gold, H.: 27,6 cm. Louvre, Paris.

Die Ausstellung Göttliche Katzen: Katzen des Alten Ägypten (Divine Felines: Cats of Ancient Egypt) im Brooklyn Museum sei all denen ans Herz gelegt, die mehr über die Beziehung Mensch – Katze in dieser faszinierenden Kultur des Altertums wissen möchten.

Wer sich zu Hause über die Beziehung Tier – Mensch im Allgemeinen und deren Darstellung in der Kunst informieren möchte, kann das mit dem Buch Tiergemälde, das im Verlag Parkstone-International erschienen ist, tun.

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