Salvador Dalí, Die Madonna von Port Lligat, 1949. Öl auf Leinwand, 143,9 x 95,8 cm. Haggerty Museum of Art, Marquette University, Milwaukee.

Dalí, der Göttliche

„Ich glaube an Gott, aber ich habe keinen Glauben“, so ambivalent dieser Satz erscheinen mag, so treffend past er doch zu Salvador Dalís Einstellung gegenüber dem Allmächtigen und Religion. Durch seine Kindheit geprägt – die Familie seiner Mutter war zutiefst vom katholischen Glauben überzeugt, während sein Vater atheistisch erzogen worden war – sollte sich der Surrealist sein Leben lang mit dem Thema Glaube / Nichtglaube auseinandersetzen.

In seiner Jugend und seinen frühen Jahren als Künstler eiferte er dem Vater nach, verachtete Reglion, und seine Bilder beinhalten durchaus blasphemische Ansätze, die Empörung und scharfe Kritik hervorriefen. Jedoch in den 1940er Jahren, als um die 40-jähriger, etablierter Künstler, kehrte er zum Katholizismus zurück, verbrachte viel Zeit mit dem Studium seiner religiösen Wurzeln und der spanischen Mythologie, die fest in Kunst, Wissenschaft und Religion verankert ist.

Salvador Dalí, Die Madonna von Port Lligat, 1949. Öl auf Leinwand, 143,9 x 95,8 cm. Haggerty Museum of Art, Marquette University, Milwaukee.
Salvador Dalí, Die Madonna von Port Lligat, 1949. Öl auf Leinwand, 143,9 x 95,8 cm. Haggerty Museum of Art, Marquette University, Milwaukee.

Dalís erwachende Euphorie gegenüber christlicher Religion wird in seinen teilweise zutiefst religiösen Bildern, in denen ein überdimensionaler Jesus gekreuzigt wird(Christus des Heiligen Johannes vom Kreuz, 1951), oder seine geliebte Frau Gala als Madonna (Die Madonna von Port Lligat, 1949) dargestellt ist, sichtbar. Dabei greift er auf Stilelemente der großen Meister der Renaissance wie Leonardo da Vinci oder Michelangelo zurück.

Salvador Dalí, Die Versuchung des Heiligen Antonius, 1946. Öl auf Leinwand, 89,5 x 119,3 cm. Musées Royaux des Beaux Arts de Belgique, Brüssel.
Salvador Dalí, Die Versuchung des Heiligen Antonius, 1946. Öl auf Leinwand, 89,5 x 119,3 cm. Musées Royaux des Beaux Arts de Belgique, Brüssel.

Auch die Kunstströmung des Surrealismus, zu der Dalí als einer der Hauptvertreter gezählt wird, ist Ausdruck von Traum- und Glaubensfantasien in Kunst, Literatur und Film. Dabei verfolgte Dalí das Prinzip der Enttextualisierung, wobei er so viele Gegenstände von ganz unterschiedlicher Art und Thematik auf einer Leinwand zusammenbrachte und diese auf fotorealistische Weise wiedergab. Währenddessen mischte er Traumwelten, Religion, Alltagsbegebenheiten und sexuelle Fantasien miteinander.

Salvador Dalí, Christus des Heiligen Johannes vom Kreuz, 1951. Öl auf Leinwand, 205 x 166 cm. Kelvingrove Art Gallery and Museum, Glasgow.
Salvador Dalí, Christus des Heiligen Johannes vom Kreuz, 1951. Öl auf Leinwand, 205 x 166 cm. Kelvingrove Art Gallery and Museum, Glasgow.

In Figueres, seiner Geburtsstadt, schuf er sich ein imposantes Denkmal, eine Art Mausoleum, in dessen Gruft angeblich auch heute noch seine Gebeine ruhen sollen. Am Ende seiner Tage ging Dalí sogar so weit, sich „Der Göttliche“ zu nennen und zeigte damit ein überragendes Selbstbewusstsein.

Möchten Sie noch tiefer in die außergewöhnliche Welt des exzentrischen Künstlers vordringen? Dann werfen Sie doch einmal einen Blick in das im Verlag Parkstone International erschienene Buch Dalí.

One thought on “Dalí, der Göttliche

  1. Dali please find my correction-list as attachment with best regards, Klaus

    Am 13. Oktober 2014 09:55 schrieb Parkstone International :

    > Parkstone International posted: “”Ich glaube an Gott, aber ich habe > keinen Glauben”, so ambivalent dieser Satz erscheinen mag, so treffend past > er doch zu Salvador Dalís Einstellung gegenüber dem Allmächtigen und > Religion. Durch seine Kindheit geprägt – die Familie seiner Mutter war > zuti”

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